Zwei plus zwei gleich drei

Zwei plus zwei gleich drei. Diese auf den ersten Blick fehlerhafte Addition bekamen gestern die Zuschauer auf dem Kaiserberg zu sehen. Zwei Elfmeter für den VfB Linz und zwei Platzverweise für die SG Mendig brachten nach 90 Minuten den Gastgebern drei Punkte. Dieser verdiente Sieg verschafft der Kaiserbergelf ein wenig Luft im Abstiegskampf, allerdings haben alle Mannschaften dahinter mindestens ein Spiel weniger absolviert.

Beide Teams neutralisieren sich

Zu Beginn der Partie neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Die Abwehrreihen dominierten und ließen keine Torchancen zu. Erst ein Stellungsfehler in der Mendiger Defensive und das anschließende Foul an Leonor Tolaj bot Linz die Chance zur Führung. Yannik Becker ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 (11.). Im Anschluss konnte sich keines der beiden Teams Vorteile herausspielen. Die beiden Viererketten machten weiterhin einen guten Job und so gab es wenig Höhepunkte bis zur Halbzeit. Der einzige Aufreger war ein Distanzschuss des Mendigers John Rausch, bei dem allerdings die Latte den Ausgleich verhinderte.

Paukenschlag nach der Pause

Die zweite Hälfte begann mit einem Aufreger. Ein langer Ball auf Michael Fiebiger, ein Foul des Mendigers Florian Schlich und der souverän leitende Schiedsrichter Fabian Mohr aus Strohn zeigte erneut auf den Punkt. Diesmal schnappte sich der Gefoulte selbst den Ball. Obwohl der gefoulte Spieler nicht selbst schießen sollte, trat Fiebiger zum Elfmeter an und verwandelte sicher zum 2:0 (53.). Doch die Szene war noch nicht vorbei. Fiebiger wollte im Anschluss an den Elfmeter den Ball aus dem Netz holen und wurde bei dem Versuch vom Mendiger Torhüter Niklas Nett zu Boden gecheckt. Nach kurzer Rücksprache mit seinem Assistenten zeigte Schiedsrichter Mohr dem Gästetorwart die Rote Karte (53.).

Linz spielt die Konter nicht zu Ende

Wer jetzt dachte das Ding sei durch, wurde eines besseren belehrt. Nachdem Mendig Ersatztorwart Jan Heinemann für Feldspieler Malte Wedemeyer eingewechselt hatte, blieben sie auf Augenhöhe. Die Gäste hatten sogar Chancen auf den Anschlusstreffer, doch sowohl Jörg Jenke als auch Jeset Akwapay konnten diese nicht nutzen. Auf der anderen Seite bot sich Platz für Konter, aber der VfB agierte zu überhastet und ließ viele Kontermöglichkeiten ungenutzt. Zudem scheiterte Leonor Tolaj (65.) allein vor Ersatztorhüter Heinemann und Michael Fiebiger (71.) traf nur den Pfosten. So verpasste die Kaiserbergelf eine vorzeitige Entscheidung und es blieb lange Zeit spannend. Kurz vor Schluss dann der letzte Höhepunkt des Spiels. Mendigs Schlussmann wusste sich im 1:1 gegen Leonor Tolaj nicht anders zu helfen und brachte den Linzer als letzter Mann außerhalb des Strafraums zu Fall. Die Folge war die zweite Rote Karte durch Schiedsrichter Mohr. Den anschließenden Freistoß parierte Feldspieler Jörg Jenke, der für die letzten Minuten ins Tor gewechselt war.

Becker zufrieden, Freitag in Mehring

Mendigs Trainer Cornel Hirt analysierte im Anschluss: „Die Elfmeter kam man geben. Wir sind durch individuelle Fehler auf die Verliererstraße gekommen. Ansonsten hat meine Mannschaft alles versucht. Auch in Unterzahl hat sie nie aufgegeben. Beide Abwehrreihen haben wenig zugelassen“. Der Linzer Trainer Paul Becker war natürlich zufrieden, aus vier Spielen nun acht Punkte geholt zu haben. „Wir haben uns etwas Luft nach unten verschafft. Die Mannschaft hat 90 Minuten gefightet. Es ist momentan nicht einfach, gegen uns Tore zu erzielen. Wir müssen nur etwas ruhiger im Konterspiel werden“. Am Freitag hat seine Mannschaft dazu die nächste Gelegenheit. Beim letztjährigen Oberligisten SV Mehring wird der VfB bestimmt nicht das Spiel machen. Umso wichtiger ist es, dass die Abwehr momentan sicher steht. In drei der ersten vier Spiele stand hinten die Null. Anstoß ist am Freitag, um 20.00 Uhr, auf dem Kunstrasenplatz in Mehring.

VfB Linz: Sebastian Seitz – Dillmann, Böcking, Burghard, Joch – Aslan, Yannik Becker (90. Bündgen) – Lemke (68. Schuht), Tolaj, Friese (68. Mario Seitz) – Fiebiger.

SG Mendig/Bell: Nett – Rawert, Schlich, Jenke, Stalph – Oster (46. Pies), Akwapay, Rausch (59. Mintgen), Bohm – Wedemeyer (53. Heinemann), Berg.

Schiedsrichter: Fabian Mohr (Strohn).

Zuschauer: 130.

Tore: 1:0 Yannik Becker (11., Foulelfmeter), 2:0 Michael Fiebiger (53., Foulelfmeter).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karten gegen die Mendiger Niklas Nett (53./Tätlichkeit) und Jan Heinemann (89./Notbremse).

2018-03-12T21:15:16+00:00März 12, 2018|1. Mannschaft, Fußball|