Am 29. Spieltag der Rheinlandliga hat der VfB Linz ein deutliches Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt gesetzt. Bei der Spvgg. EGC Wirges, die vor der Partie noch sieben Punkte Vorsprung auf die Linzer aufwies, feierte die Mannschaft vom Kaiserberg einen hochverdienten 5:3-Erfolg. In einer Begegnung, die an Dramatik kaum zu überbieten war, zeigten die Linzer eine ihrer besten Saisonleistungen und verkürzten den Abstand auf Wirges auf nunmehr vier Zähler.

Furioser Start und Linzer Dominanz

Von Beginn an entwickelte sich ein schnelles und technisch anspruchsvolles Spiel, in dem der VfB Linz früh die Initiative übernahm. Bereits nach wenigen Minuten belohnten sich die Gäste für einen wunderschönen Spielzug, der in der eigenen Hälfte seinen Ursprung nahm. Niklas Klein bediente Fabio Schopp mustergültig, der aus kurzer Distanz eiskalt zum 1:0 ins lange Eck vollendete. Die Kaiserbergelf blieb am Drücker und profitierte in der 15. Minute von einem Missgeschick der Hausherren: Nachdem ein Spieler der EGC Wirges ausgerutscht war, nutzte erneut Fabio Schopp die Situation entschlossen aus und schob den Ball zum 2:0 wiederum ins lange Eck.

Linz dominierte die Partie nun fast nach Belieben. Ein starker Angriff über die linke Seite führte folgerichtig zum 3:0, das Luca Kirschbaum nach hervorragender Vorarbeit selbst erzielte. Zu diesem Zeitpunkt wirkte Wirges völlig konsterniert, während der VfB das Spielgeschehen sicher kontrollierte. Kirschbaum hatte in der 38. Minute sogar das 4:0 auf dem Fuß, doch sein satter Schuss aus 16 Metern konnte vom gegnerischen Keeper gerade noch pariert werden.

Turbulenzen vor der Pause

Kurz vor dem Halbzeitpfiff verlor der VfB jedoch kurzzeitig die Souveränität. Nach einem Ballverlust im Spielaufbau vor dem eigenen Strafraum verkürzte Wirges durch einen sehenswerten Schuss aus 20 Metern auf 1:3. Nur wenig später entschied der Schiedsrichter nach einem strittigen Zweikampf im Sechzehner auf Strafstoß für die Gastgeber. Wirges verwandelte sicher zum 2:3-Anschlusstreffer. Die Emotionen am Spielfeldrand kochten hoch, was dazu führte, dass der Linzer Trainer Thomas Schuster noch vor der Pause die Gelb-Rote Karte sah.

Nervenschlacht im zweiten Durchgang

Trotz des doppelten Rückschlags kam der VfB Linz konzentriert aus der Kabine. In der 53. Minute wurde Luca Kirschbaum im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Adis Siljkovic sicher zum wichtigen 4:2. Die Vorentscheidung schien in der 60. Minute gefallen, als Kirschbaum den Ball mit einem wunderschönen Heber im Tor unterbrachte. Der Treffer wurde jedoch wegen einer knappen Abseitsstellung nicht anerkannt.

Stattdessen kam Wirges erneut zurück. Eine Unkonzentriertheit in der ansonsten stabilen Linzer Hintermannschaft ermöglichte den Gastgebern nach einer Kombination durch das Mittelfeld den erneuten Anschluss zum 3:4. Das Spiel drohte nun zu kippen, doch die Kaiserbergelf stemmte sich mit aller Macht gegen den Ausgleich. Fabio Schop vergab zunächst aus spitzem Winkel eine Großchance (64.), ehe in der 69. Minute die Entscheidung fiel. Nach einem langen Ball landete das Leder auf der rechten Seite bei Moritz Rott, der von der Strafraumlinie mit links zum 5:3 abschloss.

Hektische Schlussphase und wichtiger Dreier

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Wirges vergab eine riesige Möglichkeit aus acht Metern kläglich. Der für den starken Kirschbaum eingewechselte Manuel Rott sowie Fabio Schopp hatten bei Kontern weitere Treffer für Linz auf dem Fuß, scheiterten jedoch am gegnerischen Torwart. In der 87. Minute schwächte sich der VfB selbst, als Justin Kirschbaum die rote Karte sah.

Trotz Unterzahl brachte der VfB den Sieg über die Zeit. „Es war eine starke Leistung, besonders wie wir uns in der zweiten Halbzeit gewehrt haben“, resümierte das Umfeld nach dem Spiel. Mit diesem Erfolg festigt Linz seinen Platz über dem Strich und blickt optimistisch auf die kommenden Aufgaben im Abstiegskampf.

EGC Wirges: Marius Schörder – Cedric Höber (52. Tim Weyand), Luis Krissel, Felix Hehl, Lasse Bieg, Mika Lewer, Ronaldo Kröber, Steffen Klöckner (61. Marian Kneuper), Euan Williams-Noss, Marcel Ring (60. Rudolf Vagner), Jonah Wick

VfB Linz: Tyron Wielpütz – Milot Juniku, Armin Siljkovic, Finn Hendrick Schlebach (63. Justin Kirschbaum) – Moritz Rott, Niklas Klein, Adis Siljkovic (77. Remzi Can Sahlan), Yannik Becker, Till Rauschenberger – Luca Eric Kirchbaum (61. Manuel Rott), Fabio Schopp (73. Arben Sejdija)

Schiedsrichter: Mario Schmidt mit den Assistenten Isabella Krah und Valentin Voigt

Tore: 0:1 (5.) und 0:2 (12.) Fabio Schopp, 0:3 Marius Schröder (30., Eigentor), 1:3 Felix Hehl (40.), 2:3 Ronaldo Kröber (45., FE), 2:4 Adis Siljkovic (53., FE), 3:4 Rudolf Vagner (62.), 3:5 Moritz Rott (65.)

Zuschauer: 120

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Justin Kirschbaum (87.)

Fotos der Partie

©Max Jäger / @maxjaeger.media