Den Abend hatte sich der VfB Linz auf dem Kaiserberg definitiv anders vorgestellt. Im wichtigen Heimspiel gegen den SV Untermosel musste die Kaiserberg-Elf mit neun Mann eine bittere 1:3-Niederlage hinnehmen. Damit verpasste es der VfB, den Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz auf zwei Punkte zu verkürzen. Stattdessen beträgt der Abstand auf die gestrigen Gäste nun bereits acht Zähler.
Für den VfB ist die sportliche Situation damit weiter angespannt. Jetzt gilt es, sich auf allen Ebenen zusammenzuraufen, die aktuelle Lage zu hinterfragen und gemeinsam alles dafür zu tun, das Wohl des Vereins und den Klassenerhalt nicht aus den Augen zu verlieren.
Dabei begann die Partie zunächst ordentlich. Die Linzer ließen den Ball gut laufen, während auch Untermosel aktiv und aufmerksam agierte. Nach einem Fehler in der Linzer Hintermannschaft kamen die Gäste zur ersten guten Gelegenheit, doch Philipp Nüsse reagierte im Eins-gegen-Eins stark. Auf der anderen Seite hatte Rauschenberger die Führung auf dem Fuß, sein Abschluss landete jedoch nur an der Latte.
In der 30. Minute folgte dann der Knackpunkt der Partie. Nach einem langen Ball konnte Philipp Nüsse zunächst vor seinem Gegenspieler klären. Im anschließenden Zweikampf zwischen dem Untermoseler Angreifer und dem Linzer Schlussmann entschied Schiedsrichter Moritz Schillo nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Rot. Eine äußerst umstrittene Entscheidung, die auf dem Kaiserberg für reichlich Unverständnis sorgte. Zunächst schien sogar eine Gelbe Karte im Raum zu stehen. Aus Linzer Sicht hätte es diese Entscheidung angesichts der Situation durchaus getan.
Damit musste der VfB erneut frühzeitig in Unterzahl agieren. Für Nüsse bedeutet der Platzverweis zudem eine weitere Zwangspause von mindestens zwei Spielen. Zum doppelten Ärger kassierte Linz den anschließenden Freistoß zum 0:1. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Jonathan Dötsch sogar noch auf 0:2 – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.
Nach dem Seitenwechsel reagierte der VfB mit zwei Wechseln und kam direkt zu einer großen Möglichkeit. Vin Kill setzte seinen Abschluss allerdings nur an die Latte. Die Linzer gaben sich dennoch nicht auf und wurden in der 70. Minute belohnt: Kill setzte
sich mit einer starken Einzelaktion durch und verkürzte auf 1:2. Wenig später bot sich Milot Juniku nach einem Eckball per Kopf die große Chance zum Ausgleich, doch der Untermoseler Torhüter reagierte glänzend.
In der 85. Minute machte Jonas Kastor mit dem Treffer zum 1:3 schließlich alles klar. Doch damit nicht genug: Kurz vor dem Abpfiff sah auch Milot Juniku nach einer Unsportlichkeit die Rote Karte. Gerade mit Blick auf die ohnehin angespannte
Personalsituation mit zahlreichen verletzten, erkrankten und gesperrten Spielern war diese Aktion alles andere als hilfreich.
Für den VfB Linz heißt es nun, die richtigen Schlüsse aus diesem bitteren Abend zu ziehen. In den verbleibenden Wochen bis zur Winterpause müssen dringend Punkte her, um den Anschluss nicht endgültig zu verlieren. Acht Punkte Rückstand auf den ersten
Nicht-Abstiegsplatz sind eine erhebliche Hypothek.
Am kommenden Freitag wartet mit der SG Schneifel bereits die nächste Aufgabe. Dann muss die Kaiserberg-Elf ein anderes Gesicht zeigen – unabhängig davon, wer letztlich auf dem Platz steht. Denn eines ist klar: Die Situation auf dem Kaiserberg wird
zunehmend ernst.
📊 Spiel auf einen Blick
Rheinlandliga, 14. Spieltag, Saison 2026/2027
VfB Linz – SV Untermosel 1:3 (0:2)
VfB Linz: Nüsse – Moritz Rott, D. Könez, Juniku, Rauschenberger – Klein (85. Owczarzak), Becker (46. Schlebach) – Schopp (35. Thran), Stoffels (46. Reuschenbach), Manuel Rott – Kill.
SV Untermosel: P. Dötsch – Ramaj, Schmitz, Jonach – Richard – Brücken, J. Dötsch (83. Le Marec), Männchen, Castenholz (75. Jülich) – Kastor (88. Scherr), Brunner (60. Hilgert).
Schiedsrichter: Moritz Schillo (Longuich).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Marvin Richard (36.), 0:2 Jonathan Dötsch (45.+1), 1:2 Vin Kill (70.), 1:3 Jonas Kastor (85.).
Besonderheiten: Rote Karten gegen die Linzer Philipp Nüsse (34., Notbremse) und Milot Juniku (90.+2, Nachtreten).
Video Highlights der Partie
Fotos der Partie
©Max Jäger / @maxjaeger.media





































































