Für den VfB Linz ist der Rheinlandpokal in der 3. Runde vorbei. Die Kaiserbergelf verlor bei der SG Rennerod/Emmerichenhain/Seck/Irmtraut, dem Sechstplatzierten der Bezirksliga Ost, mit 2:4 (0:0). Nick Löwen, Ben Thomas, Furkan Tetik und Niklas Hölper trafen für Rennerod, Manuel Rott verkürzte in der Nachspielzeit doppelt. Das Ergebnis tut sportlich weh. Neben der schweren Verletzung von Armin Siljkovic wurde es aber zur Nebensache.

Eigentlich sollte der Pokal dem VfB nach den Ergebnissen der letzten Wochen etwas Wiedergutmachung bringen. Hängen bleiben jetzt das Ausscheiden, die Verletzung von Armin Siljkovic, eine aus Linzer Sicht sehr fragwürdige Leistung des Schiedsrichters und mehrere unschöne Szenen.

Viel Rotation und eine offene erste Halbzeit ⚽

Im Vergleich zum letzten Spiel gegen Hochwald stellte Trainer Paul Becker seine Startelf auf sechs Positionen um. Die erste gute Chance hatten die Gastgeber. Bastian Thran stand für den gesperrten Philipp Nüsse im Tor, musste früh eingreifen und hielt.

Nach einer etwas wilden Anfangsphase übernahm der VfB Linz mehr und mehr das Kommando. Die Linzer bekamen besseren Zugriff aufs Spiel, und Vin Kill hatte in der 13. Minute eine sehr gute Chance zur Führung. Kurz vor der Pause prüfte auch Yannik Becker Rennerods Torwart Sven Melbaum (40.).

Danach wurde das Spiel mehr und mehr zu einem Konterspiel. Rennerod blieb gefährlich und kam ebenfalls zu ordentlichen Chancen. Tore fielen aber nicht, zur Pause stand es 0:0.

Wieder ein Fehlstart nach der Pause

Wie schon in den letzten Wochen kam der VfB schlecht aus der Kabine. In der 46. Minute setzte sich Nick Löwen gegen mehrere Linzer Verteidiger durch und schob zum 1:0 für Rennerod ein. Sieben Minuten später erhöhte Ben Thomas auf 2:0 (53.).

Wieder einmal lief der VfB Linz einem Rückstand hinterher. Nach einer Stunde wechselte Paul Becker viermal: Manuel Rott, Moritz Rott, Fabio Schopp und Rauschenberger kamen ins Spiel. Der Druck stieg, und der Anschlusstreffer lag mehrfach in der Luft. Doch im Abschluss fehlte die letzte Konsequenz, oder Melbaum hielt.

Tetik erhöht, Schopp scheitert vom Punkt

In der 68. Minute erhöhte Furkan Tetik per Freistoß auf 3:0 für Rennerod. Drei Minuten später hatte der VfB die große Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Melbaum parierte aber den Foulelfmeter von Fabio Schopp (71.).

Schwere Verletzung von Armin Siljkovic ❤️🖤

In der 81. Minute war Fußball plötzlich unwichtig. Nach einem Zusammenstoß blieb Armin Siljkovic benommen und blutend auf dem Platz liegen und musste behandelt werden. Das Spiel war rund 20 Minuten unterbrochen. Am Ende wurde Siljkovic mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.

Der ganze VfB Linz wünscht Armin von Herzen alles Gute und eine schnelle und vollständige Genesung.

Gelb-Rot für Kapitän Niklas Klein

Wie der Schiedsrichter mit dieser Situation umging, können wir beim VfB nicht nachvollziehen. Kapitän Niklas Klein wies Schiedsrichter Ralf Volk darauf hin, dass ein Linzer Spieler dringend behandelt werden müsse. Klein war bereits verwarnt und sah für seine Reaktion Gelb-Rot (82.).

Selbst Ralf Volk räumte nach dem Schlusspfiff gegenüber der Rhein-Zeitung ein: „Bei der Verletzung war die Wahrnehmung des Schiedsrichtergespanns nicht gut.“

Aus Linzer Sicht hat der Schiedsrichter die ganze Partie über mit zweierlei Maß gemessen. Rennerods Spieler wurden trotz mehrfacher Reklamationen nur ermahnt, gegen den VfB gab es dagegen Strafen auf dem Platz und daneben.

Unsportliche Szenen und Rot für Rennerod

Siljkovic wurde nach der langen Unterbrechung noch am Platz im Krankenwagen versorgt, als Niklas Hölper das 4:0 erzielte (90.+6). Die Nummer 4 der SG Rennerod hatte schon während der Unterbrechung lachend Sprüche gemacht. Das 4:0 bejubelte er vor der Linzer Bank.

Wenn ein Spieler des Gegners noch am Platz im Krankenwagen liegt, gehört so ein Verhalten nicht auf den Fußballplatz. Danach kochten die Emotionen hoch, und es gab eine Rudelbildung zwischen beiden Mannschaften. Schön war das nicht, aber es kam auch nicht aus dem Nichts. Furkan Tetik von der SG Rennerod sah in der 90.+6 Minute glatt Rot wegen Beleidigung eines Gegenspielers.

Zwei späte Tore von Manuel Rott ⚽⚽

Der VfB hatte bereits fünfmal gewechselt und konnte Siljkovic nicht mehr ersetzen. Mit nur noch acht Feldspielern kam die Kaiserbergelf in der langen Nachspielzeit trotzdem noch zu zwei Toren. Manuel Rott traf in der 90.+13 und in der 90.+17 Minute zum 2:4-Endstand. Freude kam darüber angesichts der Umstände nicht auf.

Fazit: Der VfB muss sich auch selbst hinterfragen 💪

„Die Verletzung überstrahlt alles. Wir haben gegen eine Mannschaft, die mehr wollte, verdient verloren“, gab VfB-Trainer Paul Becker nach dem Spiel der Rhein-Zeitung zu Protokoll.

Bei aller berechtigten Kritik muss sich der VfB Linz auch an die eigene Nase fassen. Spielerisch war wieder zu sehen, woran es gerade fehlt: zu viele einfache und vermeidbare Fehler, zu viele Ballverluste in gefährlichen Situationen und zu wenig Konsequenz vor beiden Toren. Rennerod hat diese Fehler eiskalt bestraft, und sie ziehen sich schon durch die letzten Wochen.

Jetzt muss sich die Mannschaft wieder sammeln, zusammenhalten und gegen die Widerstände stemmen. Der VfB muss die einfachen Dinge endlich wieder richtig machen, dann kann auch der Knoten platzen.

Der ganze VfB Linz wünscht Armin Siljkovic nur das Beste und hofft, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. ❤️🖤

📊 Spiel auf einen Blick

Rheinlandpokal, 3. Runde, Saison 2026/2027

SG Rennerod/Emmerichenhain/Seck/Irmtraut – VfB Linz 4:2 (0:0)

SG Rennerod/Emmerichenhain/Seck/Irmtraut: Melbaum – Morina, Heene (90.+10 Weber), Brockmann, Opfer (65. Bekteshi) – Grahl (57. Schneider) – M. Löwen, Thomas, Tetik, N. Löwen (90.+13 Rademacher) – Hölper.

VfB Linz: Thran – Sahlan (60. Manuel Rott), Könez, Konez (60. Moritz Rott), Becker (60. Schopp), Siljkovic – Juniko (46. Klein), Stoffels, Mamuti – Owczarzak (60. Rauschenberger), Kill.

Tore: 1:0 Nick Löwen (46.), 2:0 Ben Thomas (53.), 3:0 Furkan Tetik (68.), 4:0 Niklas Hölper (90.+6), 4:1 und 4:2 Manuel Rott (90.+13, 90.+17)

Besondere Vorkommnisse: Melbaum hält Foulelfmeter von Fabio Schopp (71.), Gelb-Rot für Niklas Klein (VfB Linz, 82.), Rot für Furkan Tetik (SG Rennerod, 90.+6)

Schiedsrichter: Ralf Volk (Brey)

Zuschauer: 120

Fotos der Partie