In einer spannenden aber von vielen Fehlern geprägten Partie sicherte sich der VfB Linz am Samstagnachmittag einen wichtigen Auswärtspunkt bei der SG 99 Andernach im Rheinlandliga-Duell. Nach 90 Minuten trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1-Remis, wobei die Kaiserbergelf zwischenzeitlich Glück hatte, aber dann vor allem durch eine engagierte Schlussphase überzeugte.

Viele unnötige Fehler

Die Partie begann unmittelbar nach dem Anstoß mit einer Großchance für die Gäste. Bereits in der ersten Spielminute kombinierte sich Linz schön über die rechte Seite nach vorne. Die flache Hereingabe fand einen Abnehmer im Zentrum, doch der Abschluss landete leider nicht im Netz. In der Folge entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel mit Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten. Ein „Unforced Error“ der Linzer in der neunten Minute ermöglichte Andernach eine scharfe Flanke durch Dolon, doch der anschließende Kopfball von Borger strich knapp am Tor vorbei. Auch ein Distanzschuss der Linzer aus 16 Metern brachte in der 12. Minute nicht die Führung.

Besonders brenzlig wurde es in der 23. Minute: Nach einem schnellen Konter der Hausherren sah die Linzer Defensive nicht gut aus. Erneut Borger tauchte völlig frei vor dem Gehäuse auf, konnte jedoch im letzten Moment durch eine Monstergrätsche von Meris Siljkovic zur Ecke geblockt werden. Die mangelnde Zuordnung, insbesondere auf der linken Abwehrseite der Linzer, blieb jedoch ein Problem. In der 31. Spielminute rächte sich dies: Über die verwaiste rechte Angriffsseite der SG 99 gelangte der Ball nach innen, wo Mike Borger seine dritte Chance nutzte und aus neun Metern unhaltbar in den Winkel zum 1:0 vollendete.

Chancen auf beiden Seiten

Der zweite Durchgang begann fast mit einem Paukenschlag – allerdings für die Gastgeber. Ein katastrophaler Fehlpass im Linzer Spielaufbau brachte einen Andernacher frei vor das Tor, doch der Schiedsrichter entschied glücklicherweise auf Abseits. Fast im Gegenzug hätte der Ausgleich fallen können, als Adis Siljkovic nach Zuspiel seines Bruders Meris aus 15 Metern knapp über das Tor zielte.

Lange Zeit tat sich der VfB schwer, die nun mutiger agierenden Andernacher ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Erst in der Schlussphase warf Linz noch einmal alles nach vorne. Nachdem Luca Kirschbaum in der 76. Minute per Kopf noch vergab und ein Distanzschuss in der 83. Minute zur Ecke geklärt wurde, hatte Linz das Glück des Tüchtigen: Ein Andernacher Konter landete in der 84. Minute nur an der Latte.

Ausgleich per Elfmeter

Die Belohnung für den Linzer Aufwand folgte in der 86. Minute. Adis Siljkovic drang in den Strafraum ein und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst zum verdienten 1:1-Ausgleich. Zwar musste die Kaiserbergelf in der 88. Minute noch einmal tief durchatmen, als Andernach eine weitere Großchance vergab, doch am Ende blieb es beim Unentschieden. Auch wenn der Ausgleich aufgrund des späten Zeitpunkts etwas glücklich wirkte, verdiente sich der VfB Linz diesen Zähler durch eine Leistungssteigerung und einen hohen läuferischen Aufwand bis in die Schlussphase.

Andernach: Bolz – Engels, P. Schmitz, L. Schmitz, Drinor Demiraj (61. Schiffers), Darian Dshabrailov – Drilon Demiraj, Weidenbach – Reintges – Borger (85. Seker), Dolon (66. Idrizi).

Linz: Wielpütz – Mo. Rott, Juniku (Armin Siljkovic), Klein, M. Siljkovic – Mamuti (64. Kubatta), Becker (76. Ma. Rott), Krupp, Adis Siljkovic – Schopp (61. Tücke), L. Kirschbaum.

Schiedsrichter: Manuel Mück.

Zuschauer: 113.

Tore: 1:0 Mike Borger (29.), 1:1 Adis Siljkovic (86.).

Fotos der Partie

©Max Jäger / @maxjaeger.media