15.05.2017 12:50

VfB Linz kehrt als Meister in die Rheinlandliga zurück

Kategorie: Fußball, 1. Mannschaft
Jaaaaaaaaaaaaaaaa! Die Spieler des VfB Linz sind jung, sie sind erfolgreich, sie sind Meister und schreien ihre Freude lauthals hinaus. In der kommenden Saison spielt das Team von Trainer Paul Becker in der Fußball-Rheinlandliga. Foto: Creativ/Heinz-Werner Lamberz

Jaaaaaaaaaaaaaaaa! Die Spieler des VfB Linz sind jung, sie sind erfolgreich, sie sind Meister und schreien ihre Freude lauthals hinaus. In der kommenden Saison spielt das Team von Trainer Paul Becker in der Fußball-Rheinlandliga. Foto: Creativ/Heinz-Werner Lamberz

Der VfB Linz ist Meister in der Fußball-Bezirksliga Ost und steigt in die Rheinlandliga auf. Den Linzern gelang am vorletzten Spieltag ein 3:1 (2:1)-Heimerfolg gegen den VfL Hamm, während der Verfolger SG Emmerichenhain zu Hause gegen die SG Weitefeld trotz einer 2:0-Führung über ein 2:2 nicht hinauskam. Damit liegt der VfB vor dem letzten Spieltag uneinholbar auf Platz eins.

Als Paul Becker vor knapp zwei Jahren als Trainer zu seinem Heimatverein zurückkehrte, äußerte er seine Hauptaufgabe und seinen Wunsch kurz und knackig: „Ich möchte den VfB Linz wieder in die Rheinlandliga führen.“ Am Sonntagabend um 16.54 Uhr war es geschafft. Auf dem Linzer Kaiserberg brachen alle Dämme. Mit der jüngsten Mannschaft in der Vereinsgeschichte und einem Durchschnittsalter von 21,3 Jahren kehrt der VfB Linz in die höchste Klasse des Fußballverbands Rheinlands zurück.

„Ich bin sprachlos und von Gefühlen überwältigt, aber total stolz auf meine Mannschaft. Sie hat in den vergangenen Wochen Unbeschreibliches geleistet. Nachdem ich Mitte der zweiten Hälfte von der 2:0-Führung von Emmerichenhain gehört habe, hatte ich mich gedanklich mit einer Entscheidung am letzten Spieltag bereits abgefunden. Deshalb gilt mein erster Dank meinem Kollegen Jörg Mockenhaupt und seiner Mannschaft. Die SG Weitefeld verdient sich sportlich und charakterlich höchstes Lob. Sie hat bis zur 93. Minute gekämpft und noch den Ausgleich geschafft. Unter dem Strich sind wir aber auch verdient Meister geworden. Die Tabelle lügt am Ende einer Saison nie. Wir waren spielerisch das beste Team“, sagte Becker, der nach dem Schlusspfiff sichtlich gerührt war und das Bad in der Menge zusammen mit seinem Co-Trainer Thomas Gerolstein, der Becker seit Saisonbeginn nicht nur in der Trainingsarbeit unterstützt, genoss. „Mit Paul Becker ist wieder viel Euphorie in den Verein gekommen. Zudem hat Mirko Schopp als Manager einen tollen Job gemacht. Schade, dass er heute aus privaten Gründen nicht da sein konnte. Wir sind mittlerweile ein gutes Team im Vorstand und optimistisch, das Abenteuer Rheinlandliga stemmen zu können“, freute sich Manfred Rüddel, der 2. Vorsitzende des VfB Linz, über den Aufstieg.

Es war allerdings noch mal ein hartes Stück Arbeit für die Linzer. Nach starkem Beginn und früher Führung durch Mario Seitz (9.) per Kopfball, versäumten es die jungen VfB-Kicker trotz einer Fülle von hochkarätigen Torchancen, den Vorsprung weiter auszubauen. Im Gegenteil, es schlichen sich von Minute zu Minute viele Unsicherheiten und Abspielfehler ins Linzer Spiel ein. Die Folge war das 1:1 durch Michael Weyer fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff des gut leitenden Schiedsrichters Ronny Jäckel aus Mayen-Hausen.

Wie so oft in den vergangenen Wochen zeigte der VfB jedoch sofort die richtige Reaktion. Zuerst donnerte Kapitän Michael Krupp einen Freistoß an den Innenpfosten (41.), ehe Stürmer Michael Fiebiger noch vor dem Wechsel die erneute Führung für die Heimmannschaft markierte (42.).

Auch im zweiten Spielabschnitt hielten die Gäste dagegen. Sie versuchten aus einer starken Defensive heraus, zu Konterchancen zu kommen. Deshalb stand die Partie lange Zeit noch auf der Kippe. Erst der zweite Treffer von Fiebiger zum 3:1 sorgte für Ruhe bei den Linzern Akteuren (66.).

Von da ab schien die Spannung aus dem Spiel, ja sogar aus dem gesamten Spieltag heraus zu sein, denn die 2:0-Führung der Emmerichenhainer machte die Runde am Kaiserberg. Erst als nach 79 Minuten die Meldung vom Weitefelder 1:2-Anschlusstreffer eintraf, stieg die Spannung wieder drastisch an. Doch die Blicke der Zuschauer galten weniger dem aktuellen Spielgeschehen, sondern eher den zahlreichen Smartphones. Zumal die Partie auf dem Kaiserberg nach einer Kopfverletzung von Yannik Becker für mehrere Minuten unterbrochen war. Um 16.48 Uhr wackelte der Kaiserberg. Der 2:2-Ausgleich und der Schlusspfiff in Emmerichenhain löste Jubel und laute Gesänge („Nie mehr Bezirksliga“) aus.

Durch die lange Spielunterbrechung mussten sich Spieler und Zuschauer in Linz noch einige Minuten gedulden, ehe der Abpfiff von Jäckel für Gewissheit sorgte und endlich gefeiert werden durfte. „Wir haben nichts organisiert. Doch wir werden jetzt eine tolle Party improvisieren. Das haben wir uns verdient“, sagte Paul Becker und verschwand nach einer Bierdusche mit der Mannschaft in die Kabine, um es zunächst im kleinen Kreis ordentlich krachen zu lassen.

VfB Linz: Sebastian Seitz – Kastert, Eric Becker, Joch, Kyrion – Yannik Becker (79. Lacher), Kizilkan – Mario Seitz (75. Lemke), Krupp (75. Ramovic), Friese – Fiebiger.

VfL Hamm: Neuser – Binneweiß, Molzberger, Sebastian Trautmann, Stoll – Neufeld, Plath, Keller, Michael Trautmann – Langemann, Weyer.

Schiedsrichter: Ronny Jäckel (Mayen-Hausen).

Zuschauer: 120.

Tore: 1:0 Mario Seitz (9.), 1:1 Michael Weyer (40.), 2:1; 3:1 Michael Fiebiger (42., 66.).

Quelle: Rhein-Zeitung