31.07.2017 17:55

Neuling Linz scheitert an Naivität und Unerfahrenheit

Kategorie: Fußball, 1. Mannschaft
Besser hätte der Saisonstart für Ali Yilmaz (in grün, hier im Zweikampf gegen Michael Fiebiger) und seine SG 06 Betzdorf nicht laufen können. Mit einem 3:0 schickten sie Aufsteiger Linz auf die Heimreise. Foto: Regina Brühl

Besser hätte der Saisonstart für Ali Yilmaz (in grün, hier im Zweikampf gegen Michael Fiebiger) und seine SG 06 Betzdorf nicht laufen können. Mit einem 3:0 schickten sie Aufsteiger Linz auf die Heimreise. Foto: Regina Brühl

Einen Saisonauftakt nach Maß erwischte die SG Betzdorf in der Fußball-Rheinlandliga. Im Heimspiel gegen den Aufsteiger VfB Linz setzte sich die Mannschaft von Trainer Marco Weller verdient mit 3:0 (2:0) durch.

Die Sieg-Heller-Städter übernahmen von Beginn an das Kommando, attackierten die Gäste vom Rhein bereits in deren Hälfte. Dadurch, dass die Hausherren so hoch standen, verwickelten sie die Linzer Abwehrspieler in Zweikämpfe oder zwangen sie immer wieder zu riskanten Querpässen. Dies führte zwangsläufig zu Ballverlusten und mündete in Torchancen für die Einheimischen.

Bereits in der zweiten Minute erkämpfte sich Emre Bayram erstmals den Ball und spielte diesen zu Anil Berber, der trotz der Bedrängnis zweier gegnerischer Abwehrspieler zum Abschluss kam und das Leder links am Tor vorbeisetzte. Nur vier Minuten später eroberte Ömer Hikmet Aydin den Ball und spielte sofort in den Lauf von Berber, der es diesmal besser machte und Yannik Diener im Linzer Gehäuse aus 15 Metern keine Chance ließ.

VfB-Trainer Paul Becker ermahnte seine Spieler immer wieder, dass sie vor dem eigenen Tor nicht so riskant spielen sollten, doch diese schienen den Anweisungen kein Gehör schenken zu wollen. Hinzu kam, dass Eray Kizilkan seiner Mannschaft nach einer knappen Viertelstunde einen Bärendienst erwies. Nach einem Foulspiel bereits mit Gelb verwarnt, riss er Kenny Scherreiks nach bereits erfolgtem Freistoßpfiff für seine Mannschaft um und sah folgerichtig von Schiedsrichter Alexander Müller die Ampelkarte (17.). Die nummerische Überzahl nutzten die Betzdorfer umgehend aus, als Aydin nach erneutem Ballgewinn einen Doppelpass mit Berber spielte und aus 17 Metern ins linke Dreieck traf (21.).

Fortan ließen es die Gastgeber ruhiger angehen und Linz kam besser ins Spiel. Direkt nach dem zweiten Treffer wurde Leonor Tolaj in der Mitte von Nicolas Kyrion angespielt, doch seinen Abschluss konnte Ali Yilmaz gerade noch zur Ecke klären. Die beste Chance hatten die Linzer in der 36. Minute, als Tolaj aus kurzer Distanz abzog, Marvin Scherreiks aber reaktionsschnell am Boden war und den Ball mit der linken Hand gerade noch an den Pfosten lenken konnte, von wo aus er ins Toraus trudelte.

Kurz nach dem Seitenwechsel entschieden die Einheimischen mit ihrem dritten Treffer die Partie endgültig. Die Gäste wehrten eine Hereingabe in den Strafraum zu kurz ab, Aydin hielt aus 18 Metern drauf und traf Benedikt Joch am Rücken, der den Ball unhaltbar für Diener abfälschte (51.).

In der Folge hätten die Gastgeber noch was fürs Torverhältnis tun können, sie waren aber in ihren Abschlussaktionen zu unentschlossen. Auf der Gegenseite kam VfB-Stürmer Michael Fiebiger zu zwei, drei guten Chancen, scheiterte aber an Marvin Scherreiks, der bei seinem Pflichtspieldebüt den Betzdorfer Kasten sauber hielt, was seinen Trainer zufriedenstellte. „Wir können noch vieles besser, aber für die extrem junge Mannschaft war das auch eine Standortbestimmung“, meinte Weller, dessen VfB-Kollege Paul Becker nach dem verpatzten Start natürlich weniger glücklich war: „Nach so einem Ergebnis ist es schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir sind heute an unserer Naivität und Unerfahrenheit gescheitert. Solche Fehler dürfen uns nicht passieren. Die Liga ist für uns Neuland, und wir sind schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Wir müssen uns so schnell wie möglich fangen.“

SG Betzdorf: Marvin Scherreiks – Abdellaoui, Bednorz, Yilmaz, Sahin – Müller (64. Lichtenfeld), Bayram, Aydin, Jouni – Kenny Scherreicks (72. Jashari), Berber.

VfB Linz: Diener – Aslan, Dillmann, Joch, Kyrion (77. Burghard) – Tolaj (60. Mario Seitz), Kizilkan, Yannik Becker, Schuht (60. Friese) – Fiebiger, Krupp.

Schiedsrichter: Alexander Müller (Mendig).

Zuschauer: 250.

Tore: 1:0 Anil Berber (6.), 2:0, 3:0 Ömer Hikmet Aydin (21., 51.).

Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Eray Kizilkan (VfB Linz) wegen Foulspiels und Unsportlichkeit (17.).

Quelle: Rhein-Zeitung